Eigentum verpflichtet auch bei Sturm und Unwetter: Das müssen Vermieter beachten

Vermieter muss Mieter und Dritte schützen

Bei von dem Grundstück ausgehenden Schäden haftet der Vermieter

Heftige Unwetter stellen eine Gefahr für Eigentümer und Hausbewohner dar. Ob bei überschwemmten Kellern, abgetragenen Dachziegeln oder umgestürzten Bäumen – der Hauseigentümer trägt die Verkehrssicherungspflicht. Er hat dafür Sorge zu tragen, dass die Mieter oder Dritte keiner Gefahr ausgesetzt sind und muss anfallende Schäden am Haus reparieren. Damit ein solcher Kostenfaktor nicht den Ruin bedeutet, sollten Vermieter diesen bei ihrer Budgetplanung und Versicherung mit einkalkulieren.

Was die Verkehrssicherungspflicht beinhaltet

Die Verkehrssicherungspflicht basiert auf zwei Gesetzen: Zum einen auf dem Grundgesetz (Art. 14) „Eigentum verpflichtet“, zum anderen auf dem Gesetz zur Schadensersatzpflicht (§ 823 BGB) „Wer vorsätzlich oder fahrlässig das Leben, den Körper, die Gesundheit, die Freiheit, das Eigentum oder ein sonstiges Recht eines anderen widerrechtlich verletzt, ist dem anderen zum Ersatz des daraus entstehenden Schadens verpflichtet.“ Kurz gesagt, der Eigentümer muss sich darum kümmern, dass weder Mietern noch Dritten, von dem Grundstück ausgehende Schäden zugefügt werden. Andernfalls ist er verpflichtet, Schadensersatz zu leisten.

Wie Vermieter sich vor Schäden schützen

Kommt es zu einem Unfall mit Verletzungen, muss der Vermieter unter Umständen sogar Schmerzensgeld zahlen. Um diese Situation zu vermeiden, sollte das Wohneigentum in regelmäßigen Abständen kontrolliert werden. Einen gesetzlich auferlegten Turnus gibt es dafür aber nicht. Um keinen Schadensersatz für Verletzungen infolge von Sturmschäden leisten zu müssen, sollte nach jedem Unwetter eine ausführliche Dachkontrolle vorgenommen werden. Auch die Bürgersteige vor dem Wohneigentum sollten kontinuierlich auf Gefahren wie Glasscherben, Laub, Schnee oder Eis überprüft werden, denn kommunale Verordnungen übertragen häufig die Verkehrssicherungspflicht der Gehwege vor dem Wohnkomplex auf den jeweiligen Vermieter. Dies beinhaltet die Reinigung der Gehwege sowie die Streu- und Räumpflicht. Für Schäden wie Schlaglöcher oder hervorstehende Gehwegplatten ist der Vermieter jedoch nicht verantwortlich. Es ist dennoch ratsam, der Gemeinde solche Schäden schnellstmöglich zu melden, da dem Eigentümer sonst unter Umständen eine Mitschuld gegeben werden kann.

Aufgaben an den Mieter übertragen

Generell ist es dem Vermieter gestattet, bestimmte Aufgaben zur Verkehrssicherung an die Mieter zu übertragen, vorausgesetzt diese sind zumutbar und schriftlich im Mietvertrag fixiert. Doch aufgepasst, dies kann zwar den Umfang der Pflichten für Vermieter schmälern, aber im Schadensfall haftet dennoch der Eigentümer. Die Kontroll- oder Räumpflichten sollten also in jedem Fall in vertrauenswürdige Hände gelegt werden, denn nur so lässt sich die Wahrscheinlichkeit verringern, dass jemand zu Schaden kommt sowie untragbare Kosten entstehen und das Haus bleibt in Schuss.

Von vermietsicher.de-Team | Letzte Aktualisierung: 17. Juli 2014