Vermieter tragen ein erhebliches finanzielles Risiko: Mögliche Kostenfallen sind schwer überschaubar und lassen sich im Vorhinein nie gänzlich ausschließen. Umso wichtiger ist es, die richtige Auswahl an Versicherungen zu treffen, um im Ernstfall nicht schutzlos dazustehen. Besonders private Vermieter gehen oft das Risiko ein, mit ihrem Privatvermögen für kostspielige Schäden zu haften, die ein Versicherer problemlos übernommen hätte. So ein Vorfall kann im schlimmsten Fall die Existenz oder die Altersvorsorge gefährden. Wir informieren, welche Versicherungen für Vermieter empfehlenswert sind.

Welche Versicherungen für Vermieter sind die richtigen?
Welche Versicherungen für Vermieter sind wirklich wichtig? Am Markt wird viel angeboten, die Übersicht zu behalten ist als Laie nicht leicht.

Teure Risikofaktoren für Vermieter

Ein Streit mit dem Mieter der eigenen Wohnung oder des eigenen Hauses, kann für Vermieter schnell unschön werden. Geht es gar um ausstehende Mietzahlungen oder Vandalismus, ist guter Rat teuer. Rechtliches Eingreifen kann sich über viele Monate hinziehen, in Deutschland genießt der Mieter besonderes detaillierten rechtlichen Schutz.

Doch auch Wasserschäden, herabfallende Dachziegel oder ein Küchenbrand können ohne Vorwarnung ein klaffendes Loch in die Vermieter-Kasse fressen.

Damit die Immobilie eine zuverlässige Einkommensquelle und nicht zum unkontrollierbaren Kostenfaktor wird, ist Voraussicht gefragt. Einzige Möglichkeit, um im Ernstfall nicht hilflos dazustehen, ist die wohl überlegte finanzielle Absicherung.

Das sind die 3 wichtigsten Versicherungen für Vermieter:

1. Haus- und Grundbesitzer-Haftpflichtversicherung

Was ist das?

Versicherungen für Vermieter: Haftpflicht
Über Nacht vom Schneefall überrascht? Die Haus- und Grundbesitzer-Haftpflichtversicherung schützt Vermieter

Die Haftpflicht beschreibt die gesetzliche Verpflichtung zum Schadensersatz gegenüber Dritten. Denn jeder Bürger muss für den Schaden in unbegrenzter Höhe einstehen, den er fahrlässig verursacht hat (§ 823 BGB). „Fahrlässig handelt, wer die im Verkehr erforderliche Sorgfalt außer Acht lässt“, so steht es im Gesetz (§ 276 Abs. 2 BGB).

Entsprechend kommt die Haftpflichtversicherung für Haus- und Grundbesitzer für Schäden an Dritten auf, die durch bauliche Mängel, bauliche Instandhaltung, die Verletzung der Räum- und Streupflicht im Winterdienst, Beleuchtung oder Reinigung etc. entstanden sind.

Warum ist sie wichtig?

So vermeidbar diese Gefahrenquellen auch klingen mögen, stellen sie einen großen potentiellen Kostenfaktor dar. Beispiel: Man nehme nur an, es habe über Nacht überraschend geschneit. Auf dem morgendlichen Weg zur Arbeit rutschen gleich mehrere Personen auf dem Gelände aus, einer davon verletzt sich schwer. Schon ist der Sachbestand der fahrlässigen Handlung von Seiten des Vermieters erfüllt und Schadensersatz in unbestimmter Höhe muss geleistet werden. Selbst ein ausgefallenes Licht reicht hier als Gefahrenquelle aus, um den Vermieter anklagen zu können, wenn dadurch ein Schaden verursacht wurde.

Kosten:

Die zu erwartenden Kosten betragen circa 40 € pro Jahr. Diese Kosten sind als Betriebskosten steuerlich absetzbar.

2. Mietausfallversicherung (Mietverlust- oder Mietnomadenversicherung)

Was ist das?

Versicherungen für Vermieter
Haben Mietnomaden in einer Wohnung gehaust, entstehen oft hohe Kosten durch Mietrückstände und Renovierungsarbeiten.

Eine Mietausfallversicherung sorgt für finanziellen Ausgleich bei Mietausfall inklusive Nebenkosten, oftmals auch durch Sachschäden durch Mieter am Objekt.

Beispiel (Rhion Mietnomadenversicherung):

  • Übernahme der Mietrückstände einschließlich Nebenkosten
  • Übernahme von Renovierungs- und Sanierungskosten bei bestehendem ersatzpflichtigem Mietausfallschaden und gleichzeitiger Absicherung von Sachschäden
  • Absicherung von Sachschäden und Ersatz bei ersatzpflichtigem Mietausfallschaden

Warum ist sie wichtig?

Vermieter in Deutschland haben laut Schätzungen des Eigentümerverbandes Haus & Grund Mietausfälle durch ausbleibende Mietzahlungen in Höhe von rund 2,2 Milliarden Euro jährlich zu tragen. Fast jeder zweite Vermieter gibt an, schon mal mit einem Mietnomaden zu tun gehabt zu haben.

Wo es  eine große Immobiliengesellschaft finanziell für einen begrenzten Zeitraum aushalten kann, wenn Mieter mit der Zahlung im Rückstand sind, geraten kleine, private Vermieter schnell in eine finanzielle Schieflage. Sie sind im Regelfall auf die Mieteinnahmen angewiesen, sichern damit Ihren Lebensunterhalt oder zahlen die gekaufte Immobilien ab. Um sich als Vermieter vor einer finanziellen Notlage zu schützen, empfiehlt es sich, eine Mietausfallversicherung abzuschließen. Neben der Mietausfallversicherung gibt es auch noch weitere Maßnahmen, wie Sie einem Betrug durch Mietnomaden vorbeugen können.

Kosten:

Die Mietausfallversicherung ist ab circa 69 € pro Jahr erhältlich. Die Versicherungskosten sind Nebenkosten, die bei der Steuererklärung als Werbungskosten absetzbar sind.

 

3. Wohngebäudeversicherung (inkl. Elementarschäden)

Was ist das?

Wichtig: die richtigen Versicherungen für Vermieter
Wer als Vermieter gut versichert ist, muss kein unüberschaubares Risiko auf sich nehmen

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft definiert die elementaren Grundgefahren, die im Normalfall im Rahmen einer Wohngebäudeversicherung versichert werden können als Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel.

Versichert sind:

  • Die im Versicherungsschein bezeichneten Gebäude
  • Gebäudezubehör wie z.B. Klingel, Briefkasten, Müllbox, Terrasse
  • sonstiges Gebäudezubehör, wenn schriftlich vereinbart wie z.B. Carport, Gartenhaus, Hundehütte, Gehwegbefestigungen
  • Einbaumöbel (z.B. Küche), die speziell für das Gebäude gefertigt wurden

Warum ist sie wichtig?

Dass der Blitz einschlägt, ist statistisch gesehen nicht besonders wahrscheinlich. Dass sich ein Schaden durch im Sturm umfallende Bäume oder Hochwasser ereignet hingegen schon. Eine Absicherung von Elementarschäden kann sich entsprechend bewähren. Doch auch der Brand, der sich durch zur Wohnung gehörige Küchengeräte entfacht und großen Schaden anrichtet, wäre somit abgedeckt.

Kosten:

Die Kosten betragen durchschnittlich 100 € pro Jahr ohne Elementarschäden. Die Größe, das Baujahr und der Zustand des vermieteten Objekts bestimmen jedoch die genaue Höhe der Kosten. Der Beitrag für Elementarschäden muss zuzüglich berechnet werden, er hängt stark von der Einstufung in eine der vier deutschen Gefährdungsklassen ab. Ausschlaggebend für die Einstufung ist die Lage des Gebäudes. Die Wohngebäudeversicherung inkl. Elementarschäden ist unter Betriebskosten steuerlich absetzbar.

Diese Vermieter-Versicherungen sind ebenfalls relevant:

Glasbruchversicherung (als Zusatz zur Wohngebäudeversicherung)

Was ist das?

Wie der Name schon sagt, werden mit dieser Versicherung für Vermieter Kosten durch Glasbruch abgedeckt. Gemeint ist hier ein durchgehender Riss oder Sprung in einer Scheibe.

Warum ist sie wichtig?

Diese Versicherung ist besonders für Vermieter von Mietobjekten empfehlenswert, deren Fronten in weiten Teilen verglast sind. Dies ist besonders häufig bei modernen Stadtgebäuden der Fall.

Kosten:

Ab einem Aufpreis von 35 € pro Jahr erhältlich. Diese Versicherung ist unter Betriebskosten steuerlich absetzbar.

Rechtschutzversicherung

Was ist das?

Die Rechtschutzversicherung übernimmt die Kosten der gesetzlichen Anwaltsgebühren, Sachverständigenhonorare für gerichtliche Gutachten, Gerichtskosten und die Kosten einer Zwangsvollstreckung.

Warum ist sie wichtig?

Kommt es zum Äußersten und der Vermieter muss gerichtlich dafür sorgen, dass Mietbetrüger oder vandalierende Mieter sein Eigentum räumen, kann eine Rechtschutzversicherung in Ergänzung zu einer Mietnomadenversicherung bares Geld wert sein. Auch wenn durch die Mietnomadenversicherung bereits Mietrückstände gedeckt sind, kann der von Seiten des Vermieters zu betreibende Aufwand für Gutachten und Gerichtskosten so zusätzlich zumindest finanziell aufgefangen werden. Auch die Folgekosten sonstiger Streitigkeiten mit dem Mieter werden im Regelfall von der Rechtschutzversicherung übernommen.

Kosten:

Ab 250 € pro Jahr erhältlich. Die Kosten sind bei der Steuererklärung als Werbungskosten absetzbar.

 

Tipp: Bitten Sie Ihre Mieter um eine private Haftpflichtversicherung!

Was ist das?

Die private Haftpflichtversicherung tritt bei allen versehentlichen Schäden der Mieter am Mietobjekt in Kraft.

Warum ist sie wichtig?

Ohne die private Haftpflicht kann die wirtschaftliche Existenz Ihrer Mieter bedroht sein. Um sie und somit auch die Interessen des Vermieters zu sichern, empfiehlt es sich, sich als Vermieter über die private Haftpflicht des Mieters zu informieren.

Empfehlung:

Vermieter sollten das Vorhandensein oder die Bereitschaft, eine private Haftpflicht abzuschließen, als wichtiges Kriterium zur Auswahl des zukünftigen Mieters heranziehen. Scheuen Sie sich nicht davor, Ihren Wunschmieter um einen Abschluss bei einem Anbieter seiner Wahl zu bitten, wenn noch keine Police vorhanden ist.

 

Fazit: Auf diese Versicherungen sollten Sie als Vermieter achten

Empfohlen:

Zu den wichtigsten Versicherungen für Vermieter zählen die Haus- und Grundbesitzer-Haftpflichtversicherung, die Mietausfallversicherung und die Wohngebäudeversicherung. Sie bilden die Grundausstattung, mit der jeder Vermieter sein finanzielles Risiko erheblich senken kann. Eine private Haftpflicht des Mieters sollte der Vermieter ebenfalls erbitten.

Optional:

Danach folgen die Glasschutzversicherung in Ergänzung zu einer Wohngebäudeversicherung, die für zu großen Teilen verglaste Wohnungen und Häuser ratsam ist, sowie die Rechtschutzversicherung. Letztere bietet besonders in Ergänzung zur Mietausfallversicherung besten Schutz, sollten Mietbetrüger das Mietobjekt besetzen.


Top